„Kein Kind wird rassistisch geboren.“ Auf dieser Aussage, die ich auf einem Plakat im Dorf Neve Shalom / Vahat al Salam / Oase des Friedens in Israel sah, basiert das Projekt Kultur-der-Religionen. Ziel ist dabei, Kinder die Schönheit anderer Kulturen erleben zu lassen, so lange sie ohne Vorurteile und offen für Neues sind.
Wir erleben heutzutage zunehmend eine hasserfüllte Gewaltbereitschaft, die durch religiösen Fanatismus auf der einen und angsterfülltes Unwissen auf der anderen Seite genährt wird. Angst und Misstrauen gegenüber Menschen aus anderen Kulturen und Religionen sind gewachsen. Durch die Flüchtlingskrise und den wachsenden Antisemitismus ist der Bedarf an Verständnis für Menschen mit ganz unterschiedlichen kulturellen Hintergründen noch weiter angestiegen. Die Rolle der Religionen ist dabei ambivalent. Religionen stiften Halt und kulturelle Identität, aber sie führen auch zu Ausgrenzung und Konflikten, wenn sie aus Unkenntnis des Fremden nicht tolerant gelebt werden und Menschen aufgrund ihrer Religion oder Kultur diskriminiert werden. Hier setzt das Projekt Kultur-der-Religionen an.
Andere Kulturen zu erleben und zu verstehen hilft, Vertrauen zu schaffen, Vorurteile abzubauen und ein friedliches Zusammenleben zu fördern, ohne dabei die eigene Identität aufzugeben. Es hilft auch allen in der Gesellschaft, frei und offen die eigene Kultur leben zu können, ohne sich abgrenzen zu müssen oder gar fanatisch zu werden.
Das Konzept Kultur-der-Religionen hat zum Ziel, Kinder, Jugendliche und Erwachsene die jüdische, christliche und muslimische Kultur erleben zu lassen. Es ist ausdrücklich nicht bekenntnisorientiert. Alle lernen zusammen diese Kulturen durch das gemeinsame Feiern von Festen kennen. Dabei steht die Wahrnehmung und Stärkung der eigenen Identität zusammen mit dem Respekt und der Wertschätzung vor der jeweils anderen Kultur im Vordergrund.